Es gibt sie noch, die Bands die es schaffen dich komplett umzuhauen!
So geschehen am vergangenen Freitag, im beschaulichen Apetlon (Burgenland), als die Amis von Larry and his Flask auf die Bühne des Roots stiegen, um dabei nicht nur mich vollends aus der Reserve zu locken.
Zugegeben, der Abend war stimmungsmäßig eher durchwachsen – die beiden Supportbands Missstand (super Deutschpunk aus Kärnten) und Psycho Killers, gaben sich zwar alle Mühe die anwesende Meute zu mehr als nur Armeverschränken und Rumstehen zu animieren, doch zünden wollte die Eupohorie-Bombe lange Zeit nicht. Der obligatorische Abstand des Publikums zur Bühne, wollte ums Verrecken nicht geringer werden. Die Stunden verstrichen zwischenzeitlich, während man seine Hoffnungen mehr und mehr in die dritte und letzte Band des Abends steckte: Larry and his Flask! Die bärtigen, und mehr als sympathischen Herren aus Oregon an der US-Westküste, enterten schließlich um kurz nach Mitternacht die Bretter die die Welt bedeuten, und machten das was man bei einem eher zurückhaltenden Publikum als erstes macht: Man befiehlt ihm gefälligst 10 Schritte in Richtung Bühne zu treten! Dann geschah ohne Verzögerung das was mich nachhaltig beeindrucken sollte, die sechsköpfige Band zündete ein fulminantes Dauerfeuerwerk! Offensichtlich mehr als gut gelaunt, zauberten sie den Leuten vom ersten Song an, ein immer breiter werdendes Grinsen ins Gesicht. Stimmung kam auf, währenddessen die Amis eine Folk/Outlaw-Country Rakete nach der anderen abfeuerten. Vorallem der Kontrabassist (gleichzeitig einer der bärtigsten Bandmitglieder) sorgte mit seinem endlosen Herumgehüpfe für ein bewegtes Bühnenbild. Ausflüge ins Publikum gehörten ebenso zum Programm, wie ein Stagedive des Drummers zur Bar und zurück (nur so sollte man sich ein Bier holen). Ein umgerannter Tisch, und blaue Flecken mussten dabei von den tragenden Menschen in Kauf genommen werden.
Das wuchtige Set der Band (mit Worten schwer zu beschreiben, weil einfach zu überwältigend), wurde stets durch den Einsatz verschiedenster Instrumente aufgewertet, während die Zeit viel zu schnell verflog und nach der ein oder anderen Zugabe das aufgekratzte Publikum sich selbst überlassen wurde.
Aus dem Nichts eine solche Stimmung aufzubauen ist ein Kunststück, welches nur sehr wenige Bands beherrschen. Nicht nur deshalb freue ich mich schon jetzt auf die zweite Europatour von Larry and his Flask, wo es hoffentlich wieder heißen wird: Österreich wir kommen!




